Hochwasserschutz für Erding

Ortsteile Altenerding, Langengeisling, Bergham/ Aufhausen

Hochwassersituation Juni 2013 in Bergham/Aufhausen Bild vergrössern Hochwassersituation Juni 2013 in Bergham/Aufhausen

Die drei Ortsteile der Stadt Erding Altenerding, Langengeisling Bergham/Aufhausen waren stark vom Hochwasser Juni 2013 betroffen. Unmittelbar danach wurde mit den Hochwasserschutzplanungen begonnen. Dabei wurde zuerst die Möglichkeit eines Schutzes durch Mauern und Deiche in Erwägung gezogen. Da diese Bauweise zumindest in Altenerding nur mit großen Eingriffen in die Uferbereiche (Baumbestände) und Privatgrundstücke möglich ist, wurde nach Alternativen gesucht. Es stellte sich heraus, dass der Hochwasserschutz für das gesamte Stadtgebiet prinzipiell auch durch ein großes Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) zwischen Wörth und Niederwörth geschaffen werden kann. Nach Rücksprachen mit der Stadt Erding und der Gemeinde Wörth wurde diese Möglichkeit ebenfalls einer genauen Prüfung unterzogen.

Um die beiden Möglichkeiten bewerten und abwägen zu können, waren umfangreiche Voruntersuchungen notwendig. Mit einer vorgezogen Baugrunduntersuchung wurden Projektrisiken in Bezug auf die bekanntermaßen schwierigen Bodenverhältnisse ermittelt. Mit der Vergabe faunistischen Untersuchungen und dem Vergleich von Planungsvarianten unter Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Vorgaben wurden naturschutzfachliche Belange bereits vor der Variantenfestlegung geprüft und in einer Umweltverträglichkeitsstudie bewertet.

Beim Vergleich der Vorentwürfe der zwei Varianten wurde anhand der bisher zur Verfügung stehenden Daten und Ergebnisse festgestellt, dass die Variante Hochwasserrückhaltebecken bei Niederwörth der Variante linearer Ausbau (Bau von Mauern und Deichen) vorzuziehen ist.

Aktueller Sachstand November 2018

Im Zuge der Neuberechnung der Überschwemmungsgebiete wurden auch die hydrologischen Planungsgrundlagen überarbeitet. Dazu werden Niederschlagsereignisse, Abflüsse und das Einzugsgebiet statistisch ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass das bisher zugrundeliegende Hochwasserereignis von 2013 als Grundlage für die Dimensionierung der Variante HWRB bei Niederwörth nicht ausreicht. Die nun vorliegende maßgebliche Hochwasserwelle hat eine längere Dauer und damit mehr Fülle. Dieser Umstand wirkt sich auf das Becken in Niederwörth insofern aus, dass das Becken um ca. 40 cm höher eingestaut werden müsste als bisher angenommen. Das Einstauvolumen des Beckens erhöht sich damit von 1,3 Mio. m³ auf 1,9 Mio. m³.
Die damit einhergehenden Änderungen der Varianten und Auswirkungen auf Wörth haben wiederum zur Folge, dass der bisherige Variantenvergleich nun ebenfalls an die neuen Erkenntnisse angepasst werden muss.

Wie geht es jetzt weiter?
Das Wasserwirtschaftsamt München wird alle weiteren Planungsarbeiten europaweit ausschreiben und an ein qualifiziertes Ingenieurbüro vergeben. Das Ingenieurbüro soll zunächst die vorhandenen Vorentwürfe beider Varianten auf Grundlage der neuen Erkenntnisse aktualisieren und auf ein einheitliches Niveau bringen. Zeitgleich erfolgt in Zusammenarbeit mit der TU München eine Betrachtung möglicher Rückhalteräume in den Oberläufen von Sempt und Schwillach. Der Variantenvergleich erfolgt dann auf Grundlage der aufbereiteten Unterlagen. Vor der endgültigen Variantenentscheidung werden die Planungen öffentlich vorgestellt und diskutiert. Außerdem erfolgt die endgültige Variantenentscheidung in enger Abstimmung mit der Stadt Erding und der Gemeinde Wörth.
Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, beinhaltet der Auftrag an das Ingenieurbüro auch die weiteren, im Anschluss an die Variantenentscheidung notwendigen Planungsarbeiten. So kann anschließend zügig weiter geplant werden. Die Ausschreibung für die genannten Planungen erfolgt noch im November dieses Jahres.


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