Neubau einer Fischwanderhilfe am Stadtwehr Erding

Raugerinnebeckenpass am Stadtwehr Erding

Um das Ökosystem Sempt mitsamt ihrer Nebengewässer nachhaltig zu fördern, wird nun im Bereich des Stadtwehrs Erding eine Fischwanderhilfe gebaut. Zukünftig wird das Umgehungsgerinne, ein sogenannter Raugerinnebeckenpass, die Sempt und den Eittinger Fehlbach (Saubach) verbinden.

Daten zur Baumaßnahme:

  • Planungsrelevante Fischart: Äsche
  • ca. 135 m Gesamtlänge
  • 27 Becken, lichte Weite mindestens 4,20 m
  • Gesamthöhendifferenz: 4,09 m
  • Absturzhöhe zwischen den Becken: 0,15 m
  • Restwasserabgabe in den Fehlbach: 650 l/s
  • Bauzeit: Juni bis ca. Oktober 2021
  • Bauherr: Freistaat Bayern

 

Lageplan des Raugerinnebeckenpasses Bild vergrössern Lageplan

Bilder vom Bauablauf:

Baustelle Bauprojekt Raugerinnebeckenpass am Stadtwehr Erding Bild vergrössern Die Baustelle wird eingerichtet. Drohnenaufnahme vom 25.6.2021

Drohnenaufnahe zum Bauprojekt Raugerinnebeckenpass am Stadtwehr Erding Bild vergrössern Der Bau des Umgehungsgerinnes am Stadtwehr Erding hat begonnen. Die Spundwände sind gesetzt. Drohnenaufnahme vom 9.7.2021

Die Container für die Bauwasserhaltung sind aufgestellt. Bild vergrössern Die Container für die Bauwasserhaltung sind aufgestellt. Drohnenaufnahme vom 15.7.2021

Die Mauern des Raugerinnebeckenpasses werden als Steinsatz ausgeführt. Bild vergrössern Die Mauern des Fischaufstiegs werden mit Steinsatz errichtet. Drohnenaufnahme vom 2.8.2021

Inzwischen sind auch die Bauarbeiten im Mündungsbereich vorangeschritten. Bild vergrössern Inzwischen sind auch die Bauarbeiten im Mündungsbereich vorangeschritten. Drohnenaufnahme vom 17.8.2021

Die ersten Becken der Fischwanderhilfe sind bereits erkennbar. Bild vergrössern Die ersten Becken der Fischwanderhilfe sind bereits erkennbar. Drohnenaufnahme vom 23.9.2021

Warum sind Wanderhilfen notwendig?

Flüsse und Bäche bilden von Natur aus miteinander vernetzte Lebensräume. Querbauwerke, wie zum Beispiel Wehre oder Abstürze - also auch das Erdinger Stadtwehr - behindern oder unterbinden die biologische Durchgängigkeit im Hauptstrom und zu den Zuflüssen. Wandermöglichkeiten für Fische und andere wassergebundene Organismen werden eingeschränkt. Können überlebenswichtige Lebensräume nicht mehr erreicht werden, so wirkt sich dies auf die Bestandsentwicklung der Gewässerorganismen, vor allem der Fische, negativ aus.

In vielen Fließgewässern konnte deshalb der gemäß Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) als Umweltziel geforderte gute ökologische Zustand oder das gute ökologische Potential bisher noch nicht erreicht werden. Maßnahmen wie beispielsweise der Bau von Wanderhilfen zur Verbesserung der Durchgängigkeit sollen die Ziele der EG-WRRL in allen Gewässern erreichbar werden lassen.

Glück im Unglück

Ein unfreiwilliges Bad nahm am 5.8.2021 ein junger Biber im Spundwandkasten auf unserer Baustelle. Er konnte zum Glück auf ein aus zwei Brettern und einem Rettungsring gebasteltes "Floß" klettern. Mit Hilfe eines Keschers des schnell herbeigeholten Biberberaters des Landkreises Erding konnte das Tier aus dem Becken geholt und unverletzt wieder in Freiheit in die Sempt entlassen werden.

Biber im Spundwandkasten Bild vergrössern Ohne fremde Hilfe konnte sich das Tier nicht mehr aus dem Spundwandkastenbefreien.

Der verunglückte Biber auf dem Bild vergrössern Der verunglückte Biber auf dem "Rettungsfloß".