FREIFLISEN
Was bedeutet "FREIFLISEN"?
Der Name FREIFLISEN steht für eine frei fließende Isen. Er verbindet die Worte frei, fließen und Isen und bringt das zentrale Ziel des Projekts auf den Punkt: Die Isen soll wieder möglichst frei und lebendig fließen und für Fische und andere Wasserlebewesen passierbar sein.
Projektinformation
- Projekttitel: FREIFLISEN
- Gewässer: Isen (Gewässer 2. Ordnung)
- Länge der Projektstrecke: ca. 30 km
- Flusswasserkörper: 1_F573 "Isen von Außerbittlbach bis Mündung", 1_F575 "Isen bis Außerbittlbach und alle rechtsseitigen Nebengewässer der Isen bis vor Einmündung Howaschgraben"
- Anzahl der Wasserkraftanlagen in der Projektstrecke: 15
- Anzahl der Wehre im Wanderkorridor: 14
- Anzahl der Sohlbauwerke imn Wanderkorridor: 21
- Hauptmaßnahmen: Herstellung/Verbesserung der Durchgängigkeit,
- Stand: Februar 2026
Projektanlass
Nach den Kriterien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) befindet sich die Isen in einem mäßigen ökologischen Zustand. Ausschlaggebend dafür ist vor allem der Zustand der Fischfauna, also die Vielfalt und Zusammensetzung der im Gewässer lebenden Fischarten.
Auf der Projektstrecke behindern 15 Wasserkraftanlagen und zahlreiche Querbauwerke die Durchgängigkeit des Flusses. Dadurch ist die Wanderung vieler Fischarten unterbrochen. Besonders betroffen sind Barbe (FFH-Anhang V), Nase, Hasel sowie die Koppe (FFH-Anhang II). Seit den 1980er Jahren sind die Fischbestände deutlich zurückgegangen.
Die Isen ist in ihrer Struktur noch vergleichsweise naturnah (Mäander, abwechslungsreiche Uferformen und Sohlstrukturen). Gleichzeitig ist der Fluss jedoch stark durch Querbauwerke unterbrochen. Gerade die Wiederherstellung der Durchgängigkeit bietet daher ein großes Potenzial, der Isen wieder zu einem ökologisch funktionsfähigen Fluss zu verhelfen.
Der Anstoß für das Projekt kam von mehreren Betreibern von Wasserkraftanlagen an der Isen, die sich mit dem Wunsch nach Unterstützung bei der Herstellung der Durchgängigkeit an das Wasserwirtschaftsamt München wandten. Daraus entwickelte sich die Idee, die Durchgängigkeit der Isen nicht nur punktuell, sondern im Rahmen des Projekts streckenweise wiederherzustellen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Wasserwirtschaftsamt dabei als Projektpartner bei Maßnahmen an privaten Querbauwerken mitwirken.
Hierzu wurde ein Wanderkorridor festgelegt, in dem Querbauwerke schrittweise passierbar gemacht werden. So werden wichtige Lebensräume wieder erreichbar und getrennte Populationen können sich austauschen – eine wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Erhalt der Fischarten.
Projektgebiet
Das Projekt erstreckt sich entlang des Flusslaufs der Isen, von der Landkreisgrenze Erding-Mühldorf (Wöhrmühle) flussaufwärts bis kurz vor den Markt Isen (Lohmühle). Der Streckenabschnitt der Isen beträgt ca. 30 Flusskilometer. Die Isen ist im Projektgebiet als ein Gewässer II. Ordnung eingestuft. Das Projektgebiet liegt im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 7739-371 „Isental mit Nebenbächen“ sowie im Landschaftsschutzgebiet 00506.01 „Isental und südliche Quellbäche“. Vom Projektrand an der Landkreisgrenze bis zur stromaufwärts liegenden Einöde Weg bei Lengdorf ist die Isen Teil des Flusswasserkörpers (FWK) 1_F573, ab dann liegt der obere Teil des Projekts im FWK 1_F575.
Ziele und Vision
Ziele
Ziel des Projekts FREIFLISEN ist es, die Durchgängigkeit der Isen auf 30 Flusskilometern wieder herzustellen. Durch den Umbau oder Rückbau von Wasserkraftanlagen, Wehren und Sohlenbauwerken entsteht ein zusammenhängender Wanderkorridor, der Fischen und anderen Gewässerorganismen den Zugang zu ihren verschiedenen Habitaten sichert und die ökologische Qualität der Isen nachhaltig verbessert.
Konkrete Projektziele:
- Wiederherstellung der Durchgängigkeit - Wehre, Sohlbauwerke und Wasserkraftanlagen werden umgebaut oder zurückgebaut, damit Fische und andere Gewässerorganismen den Fluss wieder frei durchwandern können.
- Förderung der hydromorphologischen Flussentwicklung - Durch strukturverbessernde Maßnahmen wie Buhnen, Totholz und Störsteine wird die natürliche Dynamik der Isen gestärkt und vielfältige Lebensräume geschaffen.
- Gemeinsame Lösungen - Durch Zusammenarbeit, Dialog und Kompromisse zwischen allen Beteiligten entstehen tragfähige Lösungen für eine zukunftsfähige Isen.
- Monitoring und Erfolgskontrolle - Fische, Krebse und wirbellose Kleinlebewesen werden regelmäßig untersucht, um die Wirkung der Maßnahmen und die ökologische Entwicklung der Isen zu bewerten.
- Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung - Projektfilme, Veranstaltungen und Bildungsangebote machen das Projekt sichtbar und vermitteln Wissen über den Fluss und seine Bedeutung.
Vision
Eine dynamische, durchgängige Isen bis zum Inn, die durch gemeinsames Handeln – trotz unterschiedlicher Interessen wie Nutzung, Schutz und Erholung – wieder so naturnah wie möglich wird, allen heimischen Arten vielfältige Lebensräume bietet und zugleich widerstandsfähig gegenüber klimatischen Veränderungen ist.
Maßnahmen
Das Gesamtprojekt kann in zwei Bereiche eingeteilt werden: staatliche Maßnahmen und Maßnahmen an privaten Anlagen. Ein Teil der Maßnahmen liegt in der direkten Verantwortung des Wasserwirtschaftsamts: Alle nicht durchgängigen Sohlbauwerke im Wanderkorridor, die sich im staatlichen Unterhaltsbereich befinden, werden in den kommenden Jahren so umgebaut, dass sie für Fische passierbar werden.
Darüber hinaus kann das Wasserwirtschaftsamt unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen auch bei privaten Wasserkraftanlagen als Projektpartner und Maßnahmenträger einsteigen. Fünf Betreiberinnen und Betreiber nehmen an dem Projekt teil und entwickeln gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt individuelle Lösungen, um die Durchgängigkeit herzustellen.
Maßnahmen im staatlichen Unterhalt (Auflistung folgt)
Maßnahmen an privaten Anlagen (Auflistung folgt)
Monitoring
Informationen zu Methodik, Zeitplan, Ergebnissen und Einschätzung folgen
Projektpartner
Das Projekt FREIFLISEN wird vom Wasserwirtschaftsamt München getragen und in enger Zusammenarbeit mit dem WWF Deutschland umgesetzt. Weitere wichtige Partner sind die beteiligten Betreiberinnen und Betreiber der Wasserkraftanlagen sowie der Landesfischereiverband Bayern e. V. und das Bayerische Landesamt für Umwelt, die das fachliche Monitoring von Fischen und Krebsen begleiten. Ansprechpartnerinnen für das Projekt sind Katharina Wilhelm (WWA München) und Sigrun Lange (WWF Deutschland).
Öffentlichkeitsarbeit und Filme
Die Isen und das Projekt FREIFLISEN werden filmisch begleitet. Die Filme werden vom WWF Deutschland beauftragt und durch das Projekt „Lebendige Flüsse“ finanziert. Ein erster Film ist bereits verfügbar, ein weiterer folgt noch in diesem Jahr:
Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Hier werden künftig Veranstaltungen und Aktionen rund um FREIFLISEN veröffentlicht, um über den Projektfortschritt zu informieren und den Austausch mit der Öffentlichkeit zu fördern.
Ansprechpartnerin für das Projekt FREIFLISEN am Wasserwirtschaftsamt München:
Katharina Wilhelm
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Über die nachfolgende E-Mailadresse können Sie Kontakt mit uns aufnehmen:
Das WWA München dankt allen Beteiligten für die Unterstützung und das Engagement bei der Umsetzung dieses Projekts!
Weiterführende Informationen
- Steckbrief 1_F573 "Isen von Außerbittelbach bis Mündung"
- Steckbrief 1_575 "Isen bis Außerbittlbach und alle rechtsseitigen Nebengewässer der Isen bis zur Einmündung Howaschgraben"
- Umsetzungskonzept 1_F573 "Isen von Außerbittlbach bis Mündung"
- FFH-Managementplan 7739-371 „Isental mit Nebenbächen“
- Informationen des Bayerischen Landesamts für Umwelt zur Wasserrahmenrichtlinie
