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Gewässerentwicklungskonzept (GEK) Mittlere Isar

Umbau des ehemaligen Mollwehrs in eine raue Rampe
Fertige durchgängige Rampe auf Höhe des ehemaligen Mollwehrs
Anbindung des Garchinger Mühlbachs an die Isar
Uferanbruch bei Flusskilometer 99.8
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Projektanlass - Ökologie, Freizeit und Erholung

Der Flussabschnitt ab dem Oberföhringer Wehr an der Münchner Stadtgrenze bis über Moosburg (Flusskilometer 142,9 bis 78,25) hinaus wird als Mittlere Isar bezeichnet. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wies die Isar hier alle klassischen Merkmale eines voralpinen Flusses auf, den stark schwankende Abflüsse und hohe Geschiebefrachten charakterisieren. Mit dem Bau der Wehranlage Oberföhring in den Jahren 1924/28 wurde der Fluss aufgestaut und bis zu 150 Kubikmeter Isarwasser pro Sekunde in den sogenannten Mittlere-Isar-Kanal mit fünf Staustufen zwischen München und Moosburg abgeleitet. Ihr Schicksal als kanalisiertes Fließgewässer mit geradlinigen, steilen und massiv gesicherten Uferböschungen schien für alle Zeit zementiert. Nicht nur das Gewässerbett tiefte sich in Folge der Begradigung stark ein, auch die Grundwasserstände und Überschwemmungen in der Aue gingen zurück. Der ständige Austausch zwischen Fluss und Aue sowie die strukturelle Anbindung von Nebengewässern blieb im Laufe der Zeit aus. Zahlreiche Sohlschwellen und Absturzbauwerke wurden errichtet, um der Eintiefung entgegen zu wirken. Diese Barrieren waren gut gemeint, sie hindern jedoch Fische und Kleinlebewesen der Gewässersohle, stromauf- und -abwärts zu wandern.

Planung und Finanzierung

Das Bayerische Landesamt für Umwelt führte zunächst in Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Verbänden eine Untersuchung zur Bemessung eines Mindestabflusses für die Isar im Bereich der Ausleitungsstrecke "Mittlere-Isar-Kanal" durch. Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine Erhöhung des Mindestwasserabflusses ohne strukturelle Verbesserungen im Gewässerbett ökologisch nur eingeschränkt wirksam werden kann, wurde begleitend ein Gewässerentwicklungsplan zur ökologischen Aufwertung der Flusslandschaft Isar erstellt. Umgesetzt werden die umfangreichen Planungen von den Wasserwirtschaftsämtern Landshut und München.
Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung war die Vereinbarung mit den Betreibern der Kraftwerkskette, der Uniper Kraftwerke AG. Gemäß Vertrag von Juni 2001 ist die Restwasserabgabe von 8 auf 15 Kubikmeter pro Sekunde (im Jahresmittel) erhöht worden. Große Teile der Isaraue sind im Besitz des Freistaats bayern. Die Voraussetzung für eine abschnittsweise Eigenentwicklung der Isar sind somit gegeben.
Ca. 22,5 Millionen Euro sind als Gesamtkosten für das Gewässerentwicklungskonzept Mittlere Isar veranschlagt. Die Uniper Kraftwerke GmbH hat sich vertragsgemäß verpflichtet, 75 % der Kosten für die Realisierung der Maßnahmen zu übernehmen, den Rest trägt der Freistatt Bayern.

 

Idyllische naturnahe Isar oberhalb Moosburg
Totholz als Strukturelement
Uferanbruch bei Achering
Acheringer Schwelle
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Ziele und Maßnahmen

Zur nachhaltigen Entwicklung des Fluss-Aue-Ökosystems sind folgende Maßnahmen notwendig:

Ziel: Förderung der morphodynamischen Flussentwicklung

  • Uferrückbau durch Entnahme der Uferbefestigung und Rückverlegung von Wegen
  • Strömungslenkung und Strukturverbesserung (Einbau von Buhnen und Spornen zur Aktivierung der Seitenerosion, Ausbildung lokaler Kolke, Ausprägung eines differenzierten Strömungsbildes, Totholz, Rauhbäume, Steinblöcke)
  • Geschiebebewirtschaftung und Gewässerunterhaltung
  • Erfolgskontrolle

Ziel: Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit

  • Umbau von großen Querbauwerken
  • Bau von Fischaufstiegsanlagen

Ziel: Naturnahe Auenentwicklung

  • Anbindung und Vernetzung von Seitengewässern
  • Begründung und naturnaher Umbau von Auwald
  • Pflege von Auwaldbiotopen

Ziel: Besucherlenkung und Verbesserung der Erholungsfunktion

  • Errichtung von Sportbootländen an Wehranlagen
  • Anlegen von Badeplätzen
  • Informationssystem Isarwächter
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